Die Überschriften verheißen nichts Gutes: „Atomausstieg – für den Steuerzahler die nächste Finanzkrise“ (SZ online), „Keine Energiewende im Heizungskeller“ (topagrar.com) oder „Energiewende in Deutschland droht zu scheitern“ (solarserver). Laut der Welt stehen sogar viele deutsche Stadtwerke vor der Pleite. Die Begründung des Blattes lautet: „Die Energiepreise verfallen stark, Energiewende und Atomausstieg verändern die Erzeugungslandschaft.“
Dabei ist der Handlungsdruck mehr als groß. So analysierte das NewClimate Institute (Köln) im Auftrag von Greenpeace die Konsequenzen des Pariser Klimaabkommens, das im Dezember 2015 von fast 200 Ländern beschlossen wurde. Das Ergebnis: „Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die weltweiten CO2-Emissionen aus der Energieerzeugung und -nutzung sowie der Land- und Forstwirtschaft bis 2035 null erreichen müssen. Nur so könne der globale Temperaturanstieg auf 1,5°C begrenzt werden“. Nachbar Frankreich scheint sowohl dieses Abkommen als auch Energiewende wenig zu beeindrucken, setzt er doch „voll auf Atomkraft“. So hat sich erst kürzlich Energieministerin Ségolène Royal für eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken um zehn Jahre ausgesprochen.

Dabei geht es auch anders

In Asien beispielsweise schaut man augenscheinlich über den Tellerrand. So hat in China der Energie-Wind ordentlich gedreht. Im Reich der Mitte haben Windkraftkapazitäten im vergangenen Jahr um über 30 Millionen Kilowatt zugenommen. Damit liegt das Land der Mitte weltweit auf Platz Eins. Die Folge: Dieses entspricht einer Produktionsleistung von 60 Kernkraftwerken. Experten glauben, dass China somit eine Energiewende durchführt und nicht-fossile, saubere und nachhaltige Energien fördert, um die Luftverschmutzung und die globale Erwärmung zu bekämpfen.

Back to the roots: Atomstrom scheint keine Alternative

Kolumnisten Petra Pinzler (zeit online) fasst den derzeitigen Zustand Deutschlands pointiert zusammen: „Besser nicht von Deutschland lernen.“ Sie kommentiert das Thema „billiger Atomstrom“ und die Folgen, wer für die Endlagerung zu zahlen hat. Dreimal dürfen Sie, liebe Leser, raten – wahrscheinlich reicht einmal – wie das ausgeht. „Niemals werden sie [die Unternehmen) die Milliarden Euro, die Entsorgung und Endlagerung kosten, allein schultern können. Zwar hatte sie der Gesetzgeber bereits in der Vergangenheit verpflichtet, genau dafür viel Geld zurückzulegen, inzwischen summiert sich das auf 38,3 Milliarden Euro. Aber diese Rückstellungen reichen wohl nicht.“ Unsere Meinung: Weil bei den Energieversorgern nichts mehr zu holen ist, wird – wie immer – der Steuerzahler für die Kosten aufkommen. Oder kurz gesagt: eine Energiewende, die viel Wellen schlägt.

Quellen:
Besser nicht von Deutschland lernen (zeit online)
Atomausstieg – für den Steuerzahler die nächste Finanzkrise (SZ online)
Keine Energiewende (Deutsch Wirtschaftsnachrichten)
German.China.Org
Dutzende deutsche Stadtwerke stehen vor der Pleite (Die Welt online)