Als Energiewende bezeichnet man den Übergang von der nicht nachhaltigen Nutzung von fossilen Energieträgern zu erneuerbaren Energien. Die große Frage: Haben wir die Wende bereits eingeleitet? Mut zum Wechseln gibt eine mögliche Antwort.

Energiewende gescheitert?

Googelt man den Begriff „Energiewende“, erhält der Sucher innerhalb von 0,43 Sekunden 4.300.000 Ergebnisse. Einige Zeitungen sehen den Prozess, der in Deutschland vor 43 Jahren mit der ersten Ölkrise und einer Debatte um das weltweit auftretende ökologische, ökonomische und soziale Problem startete, als gescheitert an. „Rolle rückwärts“ behauptet die Süddeutsche etwa. In diesem Artikel wird die Problematik behandelt, mit der sich Versorger auseinandersetzen müssen, falls diese für ihren Eigenbedarf Strom produzieren. Aufgrund von Gesetzen gilt für sie: Wer sich selbst mit mehr als 20 Megawattstunden Strom pro Jahr versorgt, soll künftig 2,05 Cent je verbrauchter Kilowattstunde zahlen. Ist mit dieser zugegeben paradoxen Entwicklung die Energiewende wirklich gescheitert? Oder nur auf einem kleinen Irrweg, der hoffentlich bald korrigiert wird?

Junge Union ergebnisoffen

Auch die politisch konservative Jugend in Bayern zeigt sich interessiert, so die SZ online in einem anderen Artikel (Junge Union diskutiert über Energiewende). Wichtig und sympathisch – diese Diskussion wird ergebnisoffen geführt. Und man vertritt zudem eine konstruktive Haltung: Es soll die Frage besprochen werden, ob und wie in Deutschland der ursprüngliche Plan der Energiewende eingehalten werden kann. Die konservative Rheinische Post scheint da schon einen kleinen aber negativen Schritt weiter. Ihr Kommentator Martin Kessler räsoniert dementsprechend „die unüberlegte Wende ist teuer, unsicher und umweltschädlich.“ Seine Begründung für die fatale Situation: „Der Grund für dieses Missmanagement der Energiewende liegt in den Dauerinterventionen der Politik.“
Nachrichten, die verwirren. Nicht nur den Energiefachmann, besonders den Verbraucher. Denn der zahlt ja letztendlich für die gesamten Prozesse. So heißt es in einem anderen Artikel der SZ „Die Ökostromförderung könnte im nächsten Jahr noch einmal teurer werden. Ein Anstieg der entsprechenden Umlage auf den Strompreis sei „für das Jahr 2017 (…) wahrscheinlich“. Die Journalisten der Zeit haben die Verantwortlichen für das Versagen schnell ausgemacht. Die Wochenzeitung behauptet, die Energiekonzerne haben die „Zukunft verprasst“, weil diese die Energiewende ignoriert haben, zudem seien deshalb Arbeitsplätze in der Energiebranche in der Gefahr.

Erfreuliche Zahlen zur Energiewende

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gibt sich da optimistischer „2015 haben Sonne, Wind und Co. alle anderen Stromquellen überholt.“ Die Zahlen liefert das ehrwürdige Ministerium gleich mit: „Mittlerweile stammt fast ein Drittel unseres Stroms aus Wind, Sonne oder Biomasse. Erneuerbare Energien sind somit unsere wichtigste Stromquelle. Im letzten Jahr hatte allein die Windenergie einen Rekordzuwachs von 4,9 Gigawatt – das entspricht der Leistung von fünf großen konventionellen Kraftwerken. Weltweit hat Deutschland mit 21 Prozent den größten Anteil der installierten Photovoltaik-Kapazitäten.“ Und nicht nur das, die Energiewende wird von einem „Monitoring-Prozess“ begleitet. Alle drei Monate werden hier Kernzahlen veröffentlicht. So wie diese aus dem vierten Bericht: Der „Energieverbrauch erreichte mit 13.132 Petajoule den niedrigsten Stand seit 1990“. Weiterhin erfreulich: „Der Anteil erneuerbarer Energie am Stromverbrauch lag im ersten Halbjahr 2015 erstmals über 30 Prozent.“ Die Zahlen gelten für Deutschland.

Kurs halten bei der Energiewende

Dieses sind die Ergebnisse einer kurzen und knappen Google-Recherche. Auffällig ist, dass die Energiedebatte überaus emotional geführt wird. Schaut man hingegen nüchtern auf die Zahlen, könnte man – selbst als starker Kritiker – durchaus bemerken, dass die Energiewende schon längst vollzogen wurde. Ein Schiffsführer könnte die Situation seemännisch knapp aber treffend zusammenfassen: „Wir sind auf Kurs. Bitte auf Kurs bleiben.“

Quellen:

SZ online

Die Zeit online

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

RP online