Jahr: 2016

Warum wir in den Verein „Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft e. V.“ eingetreten sind!

Hinter jedem Begriff verbirgt sich eine tiefere Bedeutung. So auch bei dem Begriff „Geschäftsobjekte für die Energiewirtschaft (BO4E)“?

Aber wie so oft im Leben, beschäftigt man sich mit einem Thema etwas eingehender, versteht man komplexe Sachverhalte nicht nur besser, sondern diese Stoffe werden in der Regel noch interessanter. So auch hier. Wir wollten es genau wissen, haben den Mann befragt, der es genau wissen muss. Peter Martin Schroer ist Vorstandsvorsitzender des Vereins, der am 7. Juli 2016 in Hückelhoven gegründet wurde. „Wohin geht die Reise?“ Seine Antwort: „Wir wollen nicht weniger als die Etablierung eines unabhängigen Kommunikationsstandards für die Energiewirtschaft.“

Endkundentarife aller deutschen Strom- und Gasanbieter in einem TÜV-zertifizierten Verfahren

Ein großes Anliegen, doch der der Geschäftsführer der ene’t GmbH sowie der Mut zum Wechseln GmbH weiß, wovon er spricht. So beschäftigt sich dieser in einer seiner Firmen professionell mit Netznutzungsdatenbanken für Strom und Gas. Sein Unternehmen versteht sich somit als Informationsdienstleister der Energiebranche. Dieses beschäftigt sich mit neben Deckungsbeitragsrechnungen auch mit Energiedatenmanagement. Konkret: Hier werden unter anderem Endkundentarife aller deutschen Strom- und Gasanbieter in einem TÜV-zertifizierten Verfahren erfasst. So kennt er von Berufs wegen Stromschnellen und Klippen, die den freien Informationsfluss hindern oder begrenzen können. Und genau da setzt der Verein „Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft“ an. Dieser fordert uneingeschränkten Datentransfer zwischen Applikationen ein. Die Vereinsmitglieder wünschen sich durch die neuen Programmierstandards mehr Flexibilität und Wirtschaftlichkeit bei der Nutzung von Softwareapplikationen. Dazu soll über die „Business Objects“ (BO) der Informationsfluss zwischen diesen Applikationen vereinheitlicht werden und damit reibungslos verlaufen – unabhängig, von welchem Hersteller sie stammen.

„Und was haben wir als Endverbraucher davon?“ Auch da ist Peter Martin Schroer um keine Antwort verlegen: „Standardisierte Geschäftsobjekte sollen letztlich zum Wohle der Verbraucher dazu beitragen, Prozesse bei den Versorgungsunternehmen möglichst effektiv zu verwirklichen und damit Kosten einzusparen“.

Diese Idee hat uns überzeugt, so sind wir von Mut zum Wechseln zum Gründungsmitglied geworden. Passt im Übrigen auch zu uns, denn wir haben die Power in Energiefragen.

Energiewende noch in den Startlöchern?

Als Energiewende bezeichnet man den Übergang von der nicht nachhaltigen Nutzung von fossilen Energieträgern zu erneuerbaren Energien. Die große Frage: Haben wir die Wende bereits eingeleitet? Mut zum Wechseln gibt eine mögliche Antwort.

Energiewende gescheitert?

Googelt man den Begriff „Energiewende“, erhält der Sucher innerhalb von 0,43 Sekunden 4.300.000 Ergebnisse. Einige Zeitungen sehen den Prozess, der in Deutschland vor 43 Jahren mit der ersten Ölkrise und einer Debatte um das weltweit auftretende ökologische, ökonomische und soziale Problem startete, als gescheitert an. „Rolle rückwärts“ behauptet die Süddeutsche etwa. In diesem Artikel wird die Problematik behandelt, mit der sich Versorger auseinandersetzen müssen, falls diese für ihren Eigenbedarf Strom produzieren. Aufgrund von Gesetzen gilt für sie: Wer sich selbst mit mehr als 20 Megawattstunden Strom pro Jahr versorgt, soll künftig 2,05 Cent je verbrauchter Kilowattstunde zahlen. Ist mit dieser zugegeben paradoxen Entwicklung die Energiewende wirklich gescheitert? Oder nur auf einem kleinen Irrweg, der hoffentlich bald korrigiert wird?

Junge Union ergebnisoffen

Auch die politisch konservative Jugend in Bayern zeigt sich interessiert, so die SZ online in einem anderen Artikel (Junge Union diskutiert über Energiewende). Wichtig und sympathisch – diese Diskussion wird ergebnisoffen geführt. Und man vertritt zudem eine konstruktive Haltung: Es soll die Frage besprochen werden, ob und wie in Deutschland der ursprüngliche Plan der Energiewende eingehalten werden kann. Die konservative Rheinische Post scheint da schon einen kleinen aber negativen Schritt weiter. Ihr Kommentator Martin Kessler räsoniert dementsprechend „die unüberlegte Wende ist teuer, unsicher und umweltschädlich.“ Seine Begründung für die fatale Situation: „Der Grund für dieses Missmanagement der Energiewende liegt in den Dauerinterventionen der Politik.“
Nachrichten, die verwirren. Nicht nur den Energiefachmann, besonders den Verbraucher. Denn der zahlt ja letztendlich für die gesamten Prozesse. So heißt es in einem anderen Artikel der SZ „Die Ökostromförderung könnte im nächsten Jahr noch einmal teurer werden. Ein Anstieg der entsprechenden Umlage auf den Strompreis sei „für das Jahr 2017 (…) wahrscheinlich“. Die Journalisten der Zeit haben die Verantwortlichen für das Versagen schnell ausgemacht. Die Wochenzeitung behauptet, die Energiekonzerne haben die „Zukunft verprasst“, weil diese die Energiewende ignoriert haben, zudem seien deshalb Arbeitsplätze in der Energiebranche in der Gefahr.

Erfreuliche Zahlen zur Energiewende

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gibt sich da optimistischer „2015 haben Sonne, Wind und Co. alle anderen Stromquellen überholt.“ Die Zahlen liefert das ehrwürdige Ministerium gleich mit: „Mittlerweile stammt fast ein Drittel unseres Stroms aus Wind, Sonne oder Biomasse. Erneuerbare Energien sind somit unsere wichtigste Stromquelle. Im letzten Jahr hatte allein die Windenergie einen Rekordzuwachs von 4,9 Gigawatt – das entspricht der Leistung von fünf großen konventionellen Kraftwerken. Weltweit hat Deutschland mit 21 Prozent den größten Anteil der installierten Photovoltaik-Kapazitäten.“ Und nicht nur das, die Energiewende wird von einem „Monitoring-Prozess“ begleitet. Alle drei Monate werden hier Kernzahlen veröffentlicht. So wie diese aus dem vierten Bericht: Der „Energieverbrauch erreichte mit 13.132 Petajoule den niedrigsten Stand seit 1990“. Weiterhin erfreulich: „Der Anteil erneuerbarer Energie am Stromverbrauch lag im ersten Halbjahr 2015 erstmals über 30 Prozent.“ Die Zahlen gelten für Deutschland.

Kurs halten bei der Energiewende

Dieses sind die Ergebnisse einer kurzen und knappen Google-Recherche. Auffällig ist, dass die Energiedebatte überaus emotional geführt wird. Schaut man hingegen nüchtern auf die Zahlen, könnte man – selbst als starker Kritiker – durchaus bemerken, dass die Energiewende schon längst vollzogen wurde. Ein Schiffsführer könnte die Situation seemännisch knapp aber treffend zusammenfassen: „Wir sind auf Kurs. Bitte auf Kurs bleiben.“

Quellen:

SZ online

Die Zeit online

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

RP online

AfD-Forderung: Ausbaustopp der Erneuerbaren Energie

Eigentlich wollten wir uns mit der AFD in unserem Tagesgeschäft nicht beschäftigen. Aber wir als überzeugte Rheinländer wissen, nichts ist in Stein gemeißelt, so sagte schon Ex-Bundeskanzler und geborener Kölner Konrad Adenauer: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich, weiser zu werden.“
Aber worum geht es eigentlich? Um eine Aussage, die die AFD aus Baden-Württemberg gemacht hat. Nicht am Stammtisch, nicht bei einer Wahlveranstaltung, sondern an exponierter Stelle, ihrem aktuellen Wahlprogramm von 2016. Dort heißt es: „Mit der ‚Energiewende‘ hat unsere Bundesregierung die Energiepolitik von physikalischer und ökonomischer Faktenorientierung auf rein ideologische Grundlagen umgestellt. Der hochsubventionierte Strom aus den erneuerbaren Energien muss in Spitzenzeiten gegen deutsche Zuzahlungen ins Ausland abgeführt werden, damit das Stromnetz keinen Schaden nimmt. Wird sein Anteil noch weiter gesteigert, wie es die Regierungen in Berlin und Stuttgart beabsichtigen, dann droht die Versorgungssicherheit in Deutschland verloren zu gehen. Die Rechnung für diesen Irrweg bezahlen die Bürger, für die sich der Strompreis in wenigen Jahren 5 verdoppelt hat. Trotz alledem setzt die Landesregierung im windschwachen Baden-Württemberg unbeirrt auf den weiteren Ausbau der Windkraft. Dass dabei Kulturlandschaften zerstört werden und die Gesundheit der Anwohner teils schwer beeinträchtigt wird, kümmert die grün-roten Ideologen nicht. Die AfD fordert ein Ende dieses ökonomischen und ökologischen Irrsinns und plädiert für ein zehnjähriges Moratorium, während dessen der gegenwärtige Energiemix beibehalten werden soll.“

Was bedeutet das für das Klima?

Eines vorweg: Den von Wissenschaftlern anerkannten Klimawandel (97 Prozent der Wissenschaftler stimmen überein: „Klimawandel ist eine Tatsache, menschengemacht und gefährlich“, siehe IOP Science Studie) zu verharmlosen, erweckt den Eindruck, die Mitglieder der AfD kennen alle Fakten nicht. Oder sie wollen schlichtweg polarisieren. Das passt zum nächsten Textausschnitt aus ihrem Programm: „Die Politik hat den Klimawandel zu einer menschengemachten Klimakatastrophe hochstilisiert. In Deutschland geschürte Ängste vor Treibhausgasen und vor der Kernenergie führten und führen zur einseitigen Bevorzugung der sogenannten Erneuerbaren Energien.“
Dabei gibt es doch Fakten, die gerade stolze Nationalisten für sich einnehmen könnten. Die Bundesregierung beantwortet auf ihre Homepage die Frage „Warum brauchen wir die Energiewende?“ kurz und knapp.
„Vier Herausforderungen machen die Umgestaltung unserer Energieversorgung unverzichtbar:

  • Die Endlichkeit fossiler Energieträger wie Öl und Gas.
  • Die hohe Energie-Importabhängigkeit. Deutschland ist zu 70 Prozent von ausländischen Energieimporten abhängig. Beim Energieträger Öl besteht sie zu über 96 Prozent, bei Erdgas zu 88 Prozent.
  • Die steigende Nachfrage nach Energie und steigende Energiekosten auf dem Weltmarkt: Die IEA schätzt, dass der Energiebedarf allein bis 2035 um ein Drittel steigt.
  • Der Energieverbrauch verursacht 80 Prozent der Treibhausgasemissionen.“

AfD für die Abschaffung des EEG

Trotzdem bleibt die AfD bei ihrer Haltung, geht sogar bei ihre Position noch einen Schritt weiter: „Das EEG muss komplett abgeschafft werden. Ansprüche von Altanlagen-Besitzern sind rechtskonform abzufinden. Alle Energiemarkt-Eingriffe durch Subventionen wie z. B. staatlich garantierte Vergütungen oder Vorrangeinspeisung für bestimmte Stromerzeugungsanlagen, sind sofort einzustellen. Sie führen zu einer noch stärkeren Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im EU-Binnenmarkt und weltweit, denn sie verteuern den Strom in Deutschland auf unverantwortliche Weise und schädigen die bisher hohe Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland.“
Wir werden an dieser Stelle diese Positionen nicht kommentieren, soll sich doch jeder Leser selbst darüber eine Meinung bilden.

Quelle:
Bundesregierung
Finanznachrichten
IOP Science
Landtagswahlprogramm 2016 der AfD Baden-Württemberg
Ökoportal
Sonnenseite

Geht der Energiewende die Puste aus?

Die Überschriften verheißen nichts Gutes: „Atomausstieg – für den Steuerzahler die nächste Finanzkrise“ (SZ online), „Keine Energiewende im Heizungskeller“ (topagrar.com) oder „Energiewende in Deutschland droht zu scheitern“ (solarserver). Laut der Welt stehen sogar viele deutsche Stadtwerke vor der Pleite. Die Begründung des Blattes lautet: „Die Energiepreise verfallen stark, Energiewende und Atomausstieg verändern die Erzeugungslandschaft.“
Dabei ist der Handlungsdruck mehr als groß. So analysierte das NewClimate Institute (Köln) im Auftrag von Greenpeace die Konsequenzen des Pariser Klimaabkommens, das im Dezember 2015 von fast 200 Ländern beschlossen wurde. Das Ergebnis: „Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die weltweiten CO2-Emissionen aus der Energieerzeugung und -nutzung sowie der Land- und Forstwirtschaft bis 2035 null erreichen müssen. Nur so könne der globale Temperaturanstieg auf 1,5°C begrenzt werden“. Nachbar Frankreich scheint sowohl dieses Abkommen als auch Energiewende wenig zu beeindrucken, setzt er doch „voll auf Atomkraft“. So hat sich erst kürzlich Energieministerin Ségolène Royal für eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken um zehn Jahre ausgesprochen.

Dabei geht es auch anders

In Asien beispielsweise schaut man augenscheinlich über den Tellerrand. So hat in China der Energie-Wind ordentlich gedreht. Im Reich der Mitte haben Windkraftkapazitäten im vergangenen Jahr um über 30 Millionen Kilowatt zugenommen. Damit liegt das Land der Mitte weltweit auf Platz Eins. Die Folge: Dieses entspricht einer Produktionsleistung von 60 Kernkraftwerken. Experten glauben, dass China somit eine Energiewende durchführt und nicht-fossile, saubere und nachhaltige Energien fördert, um die Luftverschmutzung und die globale Erwärmung zu bekämpfen.

Back to the roots: Atomstrom scheint keine Alternative

Kolumnisten Petra Pinzler (zeit online) fasst den derzeitigen Zustand Deutschlands pointiert zusammen: „Besser nicht von Deutschland lernen.“ Sie kommentiert das Thema „billiger Atomstrom“ und die Folgen, wer für die Endlagerung zu zahlen hat. Dreimal dürfen Sie, liebe Leser, raten – wahrscheinlich reicht einmal – wie das ausgeht. „Niemals werden sie [die Unternehmen) die Milliarden Euro, die Entsorgung und Endlagerung kosten, allein schultern können. Zwar hatte sie der Gesetzgeber bereits in der Vergangenheit verpflichtet, genau dafür viel Geld zurückzulegen, inzwischen summiert sich das auf 38,3 Milliarden Euro. Aber diese Rückstellungen reichen wohl nicht.“ Unsere Meinung: Weil bei den Energieversorgern nichts mehr zu holen ist, wird – wie immer – der Steuerzahler für die Kosten aufkommen. Oder kurz gesagt: eine Energiewende, die viel Wellen schlägt.

Quellen:
Besser nicht von Deutschland lernen (zeit online)
Atomausstieg – für den Steuerzahler die nächste Finanzkrise (SZ online)
Keine Energiewende (Deutsch Wirtschaftsnachrichten)
German.China.Org
Dutzende deutsche Stadtwerke stehen vor der Pleite (Die Welt online)

PWC-Umfrage Energieversorger: Wechselbereitschaft der Stromkunden groß

Man könnte es natürlich auch drehen und einfach behaupten, 54 Prozent der Verbraucher wollen bei ihrem Energieversorger bleiben. Tun wir aber nicht, denn das Ergebnis der PWC-Umfrage hört sich nicht besonders gut an, was die Zufriedenheit der Kunden betrifft. Jeder Zweite würde seinen derzeitigen Energieversorger verlassen. Wichtig an dieser Stelle: Welche Verbraucher wechseln? Und warum? Auch hier gibt die Studie einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Bundesbürgern konkret Auskunft: „Vor allem jüngere Menschen sind offen für einen neuen Stromversorger. So haben mehr als 70 Prozent der Bundesbürger im Alter von 18 bis 29 Jahren in den vergangenen drei Jahren den Anbieter gewechselt. Über alle Altersgruppen hinweg hat das dagegen in diesem Zeitraum nur jeder zweite Deutsche getan.“ Und auch über die Motivation erhält der wissbegierige Leser Information. „Als wichtigsten Grund für einen Anbieterwechsel geben 90 Prozent der Deutschen den Preis an.“ Und immerhin, das hätten im Team von Mut zum Wechseln wenige gedacht (eher mehr gehofft): „Dagegen ist […] für 17 Prozent der Befragten Ökostrom der entscheidende Grund.“ Auch da macht sich das Alter augenscheinlich bemerkbar, denn „bei jüngeren Menschen liegt der Anteil mit 28 Prozent allerdings deutlich höher.“ Merkwürdig, finden zumindest wir, dass bei einem enormen Einsparpotential (die Welt behauptet, es gäbe ein „Sparpotenzial von 302 Euro im Jahr“) so wenig Bewegung stattfindet. Denn nur die Hälfte aller Deutschen wechseln ihren Energieversorger tatsächlich. Woran das liegen kann? An der Unkenntnis sicherlich nicht, denn wie die PWC-Befragung zeigt, haben sich „75 Prozent der Deutschen […] im vergangenen Jahr über Stromanbieter und ihre Preise informiert. Das Internet ist dabei für 57 Prozent die wichtigste Quelle für Informationen.“ Damit schließt sich auch der Kreis. Sie lesen diesen Eintrag im Internet, bekommen von uns sowohl Hinweis als auch den Hintergrund zum Wechselthema. Und wir machen an dieser Stelle den sprichwörtlichen Infosack zu –verweisen auch gern darauf, wo Sie Ihren Energieversorger fair wechseln können. CU – Ihr Mut-zum-Wechseln-Team 😉

Quellen:
PWC-Umfrage
Die Welt online

Klimaschutz-Index: Deutschland Mittelmaß

Alle Jahre wieder. Und das bereits zu Jahresanfang. Deutschland landet unter ferner liefen auf dem von Germanwatch herausgegeben Klimaschutz-Index. Dieses Instrument vergleicht und bewertet die Klimaschutzleistungen von 58 Staaten, die zusammen für mehr als 90 Prozent des globalen energiebedingten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind. 80 Prozent der Bewertungen basieren auf den Kriterien Emissionstrend und Emissionsniveau. 20 Prozent der Analyse beruhen auf den Einschätzungen von rund 300 befragten Experten zur nationalen und internationalen Klimapolitik ihrer jeweiligen Länder. Und da steht Deutschland nicht gut da, sagt der Kieler Umweltminister Habeck: „In der weltweiten Klimaschutztabelle stehen wir auf Platz 22 und damit weit hinter Ländern wie Dänemark, Großbritannien oder Schweden“. Besonders kritisch sehe, so Focus Online, der Grünen-Spitzenpolitiker die festgeschriebene Deckelung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien bei einem Anteil von 45 Prozent bis 2025: „Jetzt dürfen wir laut Koalitionsvertrag nur noch einen Zuwachs von 1,2 Prozent jährlich erreichen“, sagte der Kieler Minister. „Die politischen Vorgaben untersagen es uns quasi, im Klimaschutz besser zu werden – das ist fatal.“
Ganz so fatal kommentiert es der Klimaschutz-Index allerdings nicht, nennt auch den konkreten Grund für das mittelprächtige Abschneiden Deutschlands: „Der hohe Anteil von Braunkohle an der Energieversorgung führt dazu, dass Deutschlands Emissionsniveau im Vergleich zum letzten Jahr nicht besser bewertet werden konnte und das Land nur den 22. Platz erreicht. Im Bereich der Erneuerbaren ist Deutschland weiterhin gut, andere Länder holen jedoch nach und nach auf.“
Zusammenfassend schließen wir uns gern den Worten von Habeck an. So fordert dieser, die Bundesregierung müsse ihre Beschlüsse überdenken, um das Jahrhundertprojekt Klimaschutz tatkräftig umzusetzen. Das fügen wir allerdings hinzu: Bleibt ja noch ein Jahr, um Deutschland auf einen besseren Platz in der Liste zu wuppen.

Quellen:
Germanwatch
Focus Online

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