Jahr: 2014 (Seite 1 von 7)

Erneuerbare Energien erstmals Spitzenreiter bei der Stromproduktion

Braunkohle, Gas, Atomstrom: Sie alle müssen sich als Stromquelle Nr. 1 hinten anstellen. Die erneuerbaren Energien konnten sich in den ersten acht Monaten 2014 an die Spitze der Stromversorgung in Deutschland setzen.

Bis August diesen Jahres erzeugten die regenerativen Energieträger 109 TWh, also 109 Milliarden Kilowattstunden Strom. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch ist somit im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent auf 25,3 Prozent gestiegen. Dies geht aus dem kürzlich veröffentlichten „Ersten Fortschrittsbericht Energiewende“ hervor. Lediglich in den Bereichen der Wärmegewinnung sowie in Verkehrssektor besteht Nachholbedarf. Derzeit beträgt der Anteil hier lediglich 9,1 bzw. 5,5 Prozent. Insgesamt sank der gesamte Energieverbrauch um 5 Prozent. Allerdings wird auch erwähnt, dass der extrem milde Winter Grund für einen geringeren Verbrauch ist.

Bevölkerung steht hinter Energiewende

Dennoch sind es Zahlen, die vor allem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel erfreuen werden, nachdem die Schlagzeilen gerade zur Kohlepolitik nicht immer positiv waren . Die EEG-Umlage wird 2015 im Vergleich zu 2014 auf 6,17 ct/kWh sinken, damit würde die „steigende Kostendynamik der letzten Jahren“ gestoppt werden. Dies ist auch Grundlage für die sinkenden Strompreise 2015.

Die insgesamt positive Berichterstattung über die Energiewende bewirkt eine hohe Zustimmung in der Bevölkerung. Bis zu 92 Prozent (TNS Emnid) der Deutschen findet einen Ausbau wichtig. Eine breite Zustimmung ist allerdings auch notwendig: Bis 2050 möchte die Bundesregierung der Anteil der erneuerbare Energien auf mindestens 80 Prozent steigern.

Quellen:
Topagrar.de
Erster Forschrittsbericht Energiewende

Russische Gaspipeline South Stream scheitert

Die Gaspipeline South Stream sollte Gazprom unabhängiger von der Ukraine als Transitland machen, nun findet das Vorhaben ein jähes Ende. Russland sucht die Verantwortung für das Scheitern in Europa, doch das Land kann seine eigenen Probleme nicht viel länger verstecken.

Mit dem Abbruch des Bauprojekts für die Gaspipeline South Stream leitet Gazprom einen Strategiewechsel ein und wendet sich vom europäischen Markt ab. „Wenn Europa es nicht verwirklicht haben will, wird es nicht verwirklicht“, sagte der russische Präsident Wladimir Putin. Als Alternative soll nun eine Offshore-Pipeline über die Türkei als neuer Zugang zu Europa außerhalb von der Ukraine gebaut werden. Die Schuld für das Scheitern des Projekts sucht Putin in der europäischen Blockadehaltung. Experten vermuten jedoch gleichzeitig finanzielle Gründe hinter dem überraschenden Kurswechsel, Russland droht in eine Rezession zu rutschen.

Strategiewechsel bei Gazprom führt zu Aus von South Stream

Die umstrittene South Stream Pipeline sollte Russland unabhängiger von der Ukraine als Transitland machen und Gas über Bulgarien nach Europa leiten. Auf Geheiß der EU und Washingtons verweigert Bulgarien seit Juni jedoch die notwendige Bauerlaubnis, um in der Ukraine-Krise Druck auf den Osten auszuüben. Europa begründet seine Ablehnung ab vor allem mit rechtlichen Bedenken. Gemäß dem Dritten Energiepakt dürfen Energiekonzerne nicht gleichzeitig die Pipelines besitzen, durch die sie ihr Gas leiten. Dies wäre für Gazprom bei South Stream der Fall gewesen. Konzernchef Alexej Miller kündigte nun eine grundlegende Einstellungsänderung des Unternehmens zu Europa an: „Das ist der Anfang vom Ende unseres Modells, bei dem wir uns auf Lieferungen bis zum Endverbraucher auf dem europäischen Markt orientierten.“ Künftig müssten Versorger in Europa die Leitungen zu den Verbrauchern selbst legen.

Der russische Riese wankt

Neben Russland entstehen auch Serbien und Bulgarien Nachteile aus dem Ende des Bauprojekts. Beiden Ländern gehen zwei beziehungsweise drei Milliarden Euro Investitionen verloren, sowie jährliche Transitgebühren und Arbeitsplätze. Obwohl auch Russland bereits hohe Summen in die Pipeline investiert hat, bewertet Alexej Kokin, Energieanalyst der Investitionsgesellschaft Uralsib, das Ende von South Stream positiv: „Wir haben South Stream schon lange skeptisch bewertet, weil es ein ziemlich teures Projekt ist, eine neue Pipeline zu Märkten hin zu bauen, die Gazprom schon jetzt beliefert.“ Während Russland offiziell die Gründe für das Scheitern im Ausland sucht, scheint es, als wäre der Staatskonzern nicht mehr in der Lage, das Projekt zu finanzieren. Da der Gaspreis mit einer sechs- bis neunmonatigen Verzögerung an den Ölpreis gekoppelt ist, der seit Jahresbeginn um 37 Prozent gefallen ist, werden die Gewinne Gazproms aller Voraussicht nach im nächsten Jahr noch stärker einbrechen als bisher. Zusammen mit den Sanktionen des Westens führen die sinkenden Energiepreise Russland geradewegs in eine Rezession.

Machtpoker über Gaspipeline in der Türkei

Umso erstaunlicher erscheint da die Ankündigung Putins über eine vereinbarte Gaspipeline durch die Türkei. Angesichts der drohenden Krise kann Gazprom nicht auf das gute Geschäft in Europa verzichten. Mit jährlich 462 Milliarden Kubikmetern ist die Nachfrage Europas nach Gas die größte der Welt. Rund 27 Prozent dessen werden bisher von Russland gedeckt. Um sein Gas dennoch um die Ukraine herumzuleiten, haben Russland und die Türkei bereits die Firma Russakya zum Bau einer Rohrleitung in die Türkei gegründet. Die Türkei, als größter Abnehmer nach Deutschland, werde künftig 50 Milliarden Kubikmeter Gas in Europa verteilen können. Dieses „Gasventil“ könne das Land im geopolitischen Machtpoker mit der EU einsetzen, erklärte Gazprom-Chef Miller.

Quellen:
Spiegel
Spiegel
Die Welt
Der Kurier

Mut zum Wechseln kann sich zur Heizperiode auszahlen

Lange haben wir in diesem Jahr von relativ milden Temperaturen profitiert, langsam aber sicher kündigt sich der Winter nach und nach mit den entsprechenden Temperaturen an. Und auch wenn die Energiepreise in diesem Jahr trotz der diesmal nicht gestiegenen EEG-Umlage relativ stabil bleiben, kann das nicht darüber hinweg täuschen, dass die kontinuierlichen Erhöhungen der letzten Jahre auch in diesem Winter die Haushaltskasse stark belasten werden.

Verbraucher zaghaft beim Versorgerwechsel

Verbraucher ärgern sich seit Jahren über die regelmäßigen Erhöhungen bei Strom- und Gaspreisen. Dennoch zögern viele Kunden, zu einem passenden und im Optimalfall deutlich günstigeren Anbieter ohne große Hindernisse zu wechseln. Im Einzelhandel ist das längst Alltag. Auch bei Handy-, Internet- oder Versicherungstarifen wird gerne ohne großes Zögern hin- und hergewechselt. Doch beim Thema Energie scheinen viele Verbraucher noch unsicher zu sein.
Zu wenig Hintergrundwissen im Energiesektor und mangelnde Transparenz bei den Angeboten hemmen die Verbraucher, zu reagieren. Weiterhin fürchten die Verbraucher Fallen wie undurchsichtige Vertragslaufzeiten, versteckte Preiserhöhungen, unsichere Vorauskasseangebote oder fragwürdige Bonuszahlungen.

Mut beim Versorgerwechsel kann sich lohnen

Wonach sollte man schauen? Zertifizierter Ökostrom, diverse Boni, flexible Vertragslaufzeiten, günstige Sonderaktionen – mit ein paar Handgriffen findet sich schnell und unkompliziert der persönliche Wunschtarif. Voraussetzung dafür ist der richtige Tarifrechner: „Mut zum Wechseln“ hat es sich zum Ziel gesetzt, den Verbrauchern einen transparenten Überblick über den gesamten Energiemarkt zu liefern. Im Gegensatz zu vielen anderen Rechnern verzichtet Mut zum Wechseln dementsprechend auf irreführende Voreinstellungen (z.B. Vorauskasse sowie die sofortige Einberechnung von einmaligen oder bedingten Bonuszahlungen), bei welchen der Teufel oft im Kleingedruckten der angezeigten Tarife steckt.

Mut zum Wechseln – Gewinnspiel

Pünktlich zur Weihnachtszeit startet Mut zum Wechseln ein Gewinnspiel! So einfach geht’s: zwischen dem 28. November 2014 und 25. Januar 2015 über www.mut-zum-wechseln.de/fb_14 das Gewinnspiel-Teilnahmeformular ausfüllen, abschicken, fertig! Unter allen Teilnehmern werden 40 Strom-Messgeräte im Wert von 30 Euro (unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers) verlost. Damit lassen sich noch einfacher die Stromfresser im Haushalt aufspüren!

Moratorium: Erteilt die Koalition Fracking eine Absage?

Es zeichnet sich im monatelangen Koalitionsstreit eine Einigung zum Thema Fracking ab. Ein dauerhaftes Moratorium für die umstrittene Gasfördermethode soll alle Seiten zufriedenstellen.

Die offenen Fragen im Hinblick auf Zukunft von Fracking in Deutschland könnten bald beantwortet werden. Zwar weicht der Kompromiss von dem von Umweltschützern geforderten scharfen Verbot ab, doch das geplante Genehmigungsverfahren ist so vielschichtig, dass es praktisch einer Absage an die Fracking-Industrie gleichkommt.

Das Moratorium besagt, dass Fracking in Deutschland erst dann angewendet werden könnte, wenn sichergestellt ist, dass bei der Fördermethode keine Gefährdung für Grundwasser und Umwelt  durch den Einsatz von Chemikalien oder das Hochdruckverfahren ausgeht. Die Wirtschaft hatte befürchtet, dass ein vollständiges Verbot die Möglichkeit von wissenschaftlichen Erkenntnissen ignorieren könnte und zeigte sich mit dem Kompromiss zufrieden. Man habe die Tür zum Fracking einen kleinen Schritt offengehalten, heißt es beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Dennoch ist dieser Türspalt tatsächlich sehr klein.

Langwieriges Genehmigungsverfahren für Fracking

Ab 2018 soll eine sechsköpfige Kommission aus Wissenschaftlern eingerichtet werden, um Anträge von Energiekonzernen für Probebohrungen zu prüfen. Falls aufgrund neuer Verfahrensweisen keine Einwände aufgrund von Umweltgefährdungen bestünden, könne die Kommission mit einer Mehrheitsentscheidung eine Genehmigung für die Exploration in bestimmten Regionen erteilen. Dennoch obliegt die Letztentscheidung der örtlichen Umweltbehörde und somit in den meisten Fällen dem örtlichen Landrat. Bei erfolgreicher Durchführung der Probebohrung müsste schlussendlich eine parlamentarische Mehrheit gefunden werden, um das Gesetz zur Nutzung von Fracking zu verändern. „Wir legen damit die strengsten Regelungen im Bereich Fracking vor, die es jemals gab“, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Das langwierige Genehmigungsverfahren an sich könnte für viele Energiekonzerne bereits Abschreckung genug sein, die geplanten Fracking-Aktivitäten noch mal zu überdenken. Schließlich müssten Wissenschaftler der Kommission sich zu einer quasi amtlichen Unbedenklichkeitserklärung hinreißen lassen. Das alleine erscheint schon höchst unwahrscheinlich. Hinzu kommt, dass die eigentliche Genehmigung von Bergämtern und den örtlichen Wasserbehörden erteilt werden, die jedoch dem Fracking höchst skeptisch gegenüberstehen.

Wasserschutz soll Priorität haben

Die umstrittene Fördermethode von Schieferöl und insbesondere Gas nutzt ein Gemisch Wasser, Sand und Chemikalien, um kleine Rohstoffvorkommen unter der Erde unter Hochdruck frei zu sprengen. Die Auswirkungen des Verfahrens  auf die Umwelt sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht, so dass sich eine breite Gegnerfront in Deutschland gebildet hat.
Da die Sorge beim Thema Fracking in Deutschland insbesondere dem Wasserschutz gilt, wird durch den Gesetzesvorschlag  nun zusätzlich das in Frage kommende Gebiet für Probebohrungen weiter eingeschränkt, indem Fracking jeglicher Art in Wasserschutzgebieten, Heilquellenschutzgebieten und Einzugsbereichen von Talsperren und Seen, die unmittelbar der Trinkwassergewinnung dienen, verboten wird. „Der Schutz der Gesundheit und der Schutz des Trinkwassers haben absolute Priorität“, begründen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Umweltministerin Barbara Hendricks die Regulierung.

Schlupfloch für Fracking bleibt

Dennoch könnte nach Berechnungen des Grünen-Politikers Oliver Kirsch Fracking theoretisch unter der neuen Regelung auf rund 80 Prozent der Landesfläche möglich sein. Entsprechend fällt sein Urteil über den Koalitionskompromiss aus: „Die Bundesregierung gesteht auf offene, ehrliche Weise ein, dass Fracking in Deutschland nie einen Beitrag zur Energieversorgung leisten wird. Trotzdem schafft sie auf Lobbydruck ein Fracking-Ermöglichungsgesetz.“

Fracking wird unrentabel

Trotz seiner Kritik weiß jedoch auch Kirsch, dass die Realisierungswahrscheinlichkeit für Fracking in Deutschland immer weiter sinkt. Nicht nur die gesetzlichen Hürden machen das Geschäft unattraktiv, auch die hohen Kosten der Fördermethode  könnten die Gewinnspanne der Unternehmen schmälern. Während Fracking in den USA zu einem Gasboom geführt hat, macht der dauerhaft niedrige Ölpreis diese Art der Gasförderung in Deutschland unrentabel.

Quellen:
Süddeutsche Zeitung
FAZ
Süddeutsche Zeitung
Spiegel

158 Grundversorger senken Strompreise zum 01.01.2015 – auch Gaspreise sinken

Ende November geben die Energieversorger traditionell bekannt, ob sie zum neuen Jahr ihre Preise in der Grund- und Ersatzversorgung senken. Nach 14 Jahren, in denen die Preise stetig stiegen, haben nun bisher 165 Versorger ihre Zahlen fürs neue Jahr bekannt gegeben, 158 davon wollen die Strompreise senken. Einige der großen Energieversorger – darunter E.on, RWE und Vattenfall – haben derweil bekanntgeben bei ihren Tarifpreisen bleiben zu wollen. Bei den Gasversorgern senken immerhin 26 von den bisher 30 veröffentlichten Anbietern ihre Preise.

Derzeit würden die Versorger die Preise im Schnitt um knapp 2 senken. Ein normaler Haushalt könnte so im Vergleich zum Vorjahr auf das Jahr gerechnet ca. 25 Euro sparen. Die Energiepreissenkung wurde nun bekannt, da die Versorger bis sechs Wochen vor Jahresende den Verbrauchern über ihre Vorhaben informieren müssen. Gründe für die Senkungen sind eine sinkende EEG-Umlage, sowie niedrige Großhandelspreise an der Börse. Zusätzlich gehen staatliche Abgaben und Steuern zurück. Experten monieren, dass dadurch noch stärkere Senkungen möglich wären.

Große Versorger halten sich bei den Strompreisen zurück

Nicht alle Versorger beteiligen sich an den Stromsenkungen. Vor allem die großen Versorger wie E.on, RWE und Vattenfall halten an ihren Preisen fest. Grund dafür soll die derzeitige marktbezogene Situation sein. Die Energieversorger verdienten mit ihrem produzierten Strom kaum noch Geld. Zudem wird von angegeben, dass der Ausbau der Netze Geld koste, was auch den Preis nicht unberührt lassen würde.

Quellen:
Datenbasis unseres Partners ene’t GmbH
RWE

Vattenfall gibt Braunkohlegeschäft auf

Die Geschäftszahlen und die schwedische Regierung fordern eine Neuausrichtung des Energiekonzerns Vattenfall. Das Unternehmen möchte künftig vermehrt auf nachhaltige Stromerzeugung setzen und plant den Verkauf seiner deutschen Braunkohlesparte.

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall verabschiedet sich aus dem deutschen Braunkohlegeschäft. Medienberichten zufolge erwägt das Unternehmen den Verkauf seiner ostdeutschen Tagebaustätten und mitsamt der Verstromungsanlagen. „Der Verwaltungsrat hat entschieden, dass Vattenfall Optionen für eine nachhaltige und neue Eigentümer-Struktur seines Braunkohlegeschäfts prüfen wird“, verkündete der neue Vorstandsvorsitzende  des Staatskonzerns Magnus Hall. Hintergrund ist wahrscheinlich das nach herben Verlusten in den letzten Geschäftsjahren vorgestellte Sparplan des Unternehmens sowie der zu erwartende Kurswechsel der neuen rot-grünen Minderheitskoalitionsregierung in der Energiepolitik, mit weniger Atomkraft und mehr nachhaltiger Energieerzeugung.

Konzernumstellung bei Vattenfall auf Druck der schwedischen Regierung

Nach der Veräußerung von Stromnetzen, Stadtwerksbeteiligungen und Ingenieurstechnik plant der Energiekonzern nun auch die Trennung von einem wesentlichen Standbein der Stromerzeugung. Obwohl zu erwarten ist, dass es noch einige Zeit dauern wird bis die angekündigten Energiereformen der neuen Regierung in Stockholm verabschiedet sind, hat sich die Konzernspitze schon jetzt dazu entschieden, vermehrt auf saubere Energieproduktion zu setzen. „Unsere Strategie sieht klar eine Reduzierung unserer Kohlendioxid-Exponierung und eine Umstellung unseres Erzeugungsportfolios auf erneuerbare Energien vor“, begründete Hall die Neuausrichtung. Seinen übrigen Geschäftsbereichen in Deutschland – Fernwärme, Vertrieb und Verteil-Netze sowie Handel, Windkraft und weitere Energieerzeugung – bleibe der Konzern jedoch „vollauf verpflichtet“.

Unsichere Zukunft für Braunkohle

Die Zahl der potenziellen Käufer für das Braunkohlegeschäft ist klein. Die ist nicht nur auf den Marktgerüchten zufolge hohen Kaufpreis von 2 Milliarden Euro zurückzuführen sondern auch darauf, dass die besonders klimaschädliche Braunkohle einer unsicheren Zukunft entgegenblickt. In der Bundesregierung gibt es Bestrebungen den Kohlestrom massiv zurückzufahren, zudem könnte sich bei einer Verteuerung von CO2-Zertifikaten der aktuelle Preisvorteil der Braunkohle ins Gegenteil verkehren. Dennoch gilt der tschechische Energiekonzern EPH als möglicher Interessent für die Braunkohlesparte in der Lausitz. Das Unternehmen besitzt bereits die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft Mibrag in Sachsen-Anhalt. Dennoch betonten sowohl EPH als auch Vattenfall, dass es noch verfrüht sei, über Übernahmepläne zu sprechen.

Wie auch andere Energieriesen in Deutschland hat das Unternehmen zuletzt große Verluste erwirtschaftet. Im dritten Quartal verbuchte das Unternehmen ein Minus von rund 18 Milliarden schwedische Kronen (1,94 Milliarden Euro), der Umsatz sank leicht auf rund 34,7 Milliarden Kronen. Aus den Abschreibungen folgte notwendigerweise ein massives Sparprogramm über 3 Milliarden Kronen.

Bedrohung für Arbeitsplätze und die Region

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bat um schnelle Aufklärung über die Vorstellungen des Unternehmens in einem persönlichen Gespräch. Indes verlangt die Gewerkschaft IG-BCE, das Braunkohlegeschäft Vattenfalls müsse für die Beschäftigten und die Region „mit voller Leistungskraft, Zukunftsfähigkeit und Investitionsstärke erhalten bleiben“. In der Lausitz und in Mitteldeutschland hängen rund 9000 Menschen an den fünf Tagebauen und vier Kraftwerken des Unternehmens. Vor kurzem hatte der Konzern noch, unterstützt von den jeweiligen Landesregierungen, die Erweiterung on Tagebauen in Brandenburg und Sachsen beantragt. Auch Klimaschützer, die sich für einen generellen Abschied aus der Kohleverstromung aussprechen, betrachten die Pläne des Energieriesens mit Skepsis: Wenn Vattenfall klimafreundlicher werden wolle, dürfe der Konzern nicht einfach das Braunkohlegeschäft verkaufen. „Ein Verkauf löst nicht das Problem, sondern reicht es lediglich weiter.“

Quellen:
FAZ
Süddeutsche Zeitung
Spiegel
Spiegel

Neue Pläne für Ausbau von Stromtrassen

Die Netzbetreiber Tennet, Amprion, 50 Hertz und TransnetBW haben am Dienstag in Berlin ihre neuen Pläne für die geplanten Stromtrassen vorgestellt. Der Fokus liegt dabei  vor allem auf kleineren Änderungen. Nötig seien diese aufgrund der Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) sowie der neuen Pläne zum Ausbau der Windkraft.
Die Netzbetreiber haben für die Stromleitungen, die den Süden mit Strom aus dem Norden versorgen sollen, kleine Veränderungen vorgesehen. Die umstrittene Trasse von Ost nach Süd soll hierbei verlängert werden. Der Anfang wird nun 110 Kilometer nördlicher in der Nähe von Magdeburg liegen. Auch das südliche Ende wird leicht verschoben. Veränderungen wird es auch für die größte Trasse „SuedLink“ geben. Die 800 Kilometer lange Strecke durch die Mitte Deutschlands wird nun mit ihrem Ende in die Nähe der Industrieregion Stuttgart rücken. Andere kleinere Leitungen könnten laut den Betreibern indes überflüssig werden.

Seehofer mit erstem Protest – Netzbetreiber mahnen

Gegen die ersten Pläne für die Ost-Süd-Trasse hatte der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) starken Widerstand geleistet. Seehofer hatte einst kritisiert, dass mit der Trasse vor allem Strom aus Braunkohle in den Süden transportiert werden solle. Nun nimmt man diesem Argument den Wind aus den Segeln, da der neue Anfang der Ost-Süd-Trasse näher an die Windparks im Norden rückt. Die Netzbetreiber halten die Pläne sowie die Trassen an sich für zwingend notwendig. Schon jetzt gäbe es Netzeingriffe und Drosselung von Windkraftanlagen. Außerdem wird derzeit Windstrom über tschechische Netze nach Bayern geführt.

Pläne liegen nun der Bundesnetzagentur vor

Die Leitungen zur Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) sind für die Energiewende gleichwohl wesentlich als auch umstritten. Klar ist, dass bis 2022 die Atomkraftwerke vom Netz genommen werden und die Stromversorgung dennoch gesichert werden muss. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte hierzu erklärt, dass der Netzausbau nicht infrage gestellt werden dürfe.
Die Kosten für die Trassen liegen bei schätzungsweise 20 Milliarden Euro. Dabei können diese sich noch enorm erhöhen, falls Leitungen – bedingt durch Proteste – unterirdisch unumgänglich sein sollen. Nun ist zuerst die Bundesnetzagentur gefragt, die neuen Pläne zu überprüfen. Am Ende müssen Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat darüber entscheiden, ob das 2013 beschlossene Gesetz zum Ausbau, abgeändert werden soll.

Quellen:
FAZ
Focus
Handelsblatt
tagesschau.de
taz

Erneuerbare Energien im Kostenwettbewerb

Wie können wir in Zukunft günstig und klimafreundlich Energie produzieren? Gesicherte Zahlen über die Kostenentwicklung aller Energieformen gibt es nicht, doch eine neue Studie wagt aus dem Querschnitt der Schätzungen eine Prognose.

Beim Für und Wider zum Thema erneuerbare Energien findet zwangsläufig der Kostenfaktor früher oder später Eingang in die Diskussion. Allerdings herrscht auch in Fachkreisen keine Klarheit über diesen nicht unbedeutenden Aspekt. Die umgehenden verschiedenen Werte weisen je nach Gewichtung unterschiedlicher Parameter große Differenzen auf. So setzen sich die Stromentstehungskosten aus Brennstoffpreisen, Investitionskosten und dem Preis für CO2-Zertifikate zusammen, hinzu kommen Errichtungs- und Betriebskosten der Kraftwerke, die sich unter anderem aus der Auslastung und Laufzeit der Anlagen und Verzinsung auf Baukredite berechnen. Die halbstaatliche Agentur für Erneuerbare Energien hat im Rahmen einer Metastudie einen Querschnitt aus diversen Kostenstatistiken gezogen. Das Ergebnis gibt einen Überblick über die Bandbreite der Schätzungen der Kosten von einzelnen Energieformen in der Gegenwart und Zukunft.

Kontinuierlicher Kostenverfall bei erneuerbaren Energien

Je nach Fülle an Studien wurde für die jeweiligen Energieformen aus zwei bis neun Werten ein Durchschnitt errechnet, der trotz der Unterschiedlichkeit der Schätzungen eine Vorstellung von den tatsächlichen und zu erwartenden Kosten gewährt. Demnach können die erneuerbaren Energien durchaus mit konventionellen Energieerzeugungsmitteln mithalten.

Für Solarenergie zeigt sich, dass der massive Preisverfall der letzten Jahre noch unterschätzt wurde. Im Jahr 2030 liegen die Erwartungen der Experten zwischen sechs und vierzehn Cent je Kilowattstunde.
Auch bei Windenergie zeigen die Studien starke Preissenkungen an. Während derzeit die EEG-Vergütung für Offshore Windenergie zwischen 15,4 und 10,4 liegt, werden die Kosten den Studien zufolge 2020 zwischen neun und 13 Cent liegen. Bis 2020 schneidet Windenergieproduktion an Land mit vier bis sieben Cent pro Kilowattstunde wahrscheinlich besser ab. Dies wird sich 2030 jedoch den Schätzungen nach umdrehen, sodass Offshore Windenergie dann etwas günstiger sein könnte.
Einzig bei Biogas und Biomasse scheint der Rahmen für große Preissenkungen ausgeschöpft. Da die größten Kostenanteile die Arbeitskraft und die verwendete Biomasse sind, kann durch technische Weiterentwicklung kaum etwas an der Preisschraube verändert werden. So schätzen die meisten Studien die Kosten für Biostrom im Jahr 2020 auf über zehn Cent je Kilowattstunde.

Fossile Energie steht und fällt mit dem Emissionshandel

Die Kostenentwicklung der fossilen Energieträger ist hingegen schwerer abzuschätzen. Die größere Bandbreite bei den Schätzungen ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Kostenentwicklungen von Erdgas und Kohle schwierig vorauszusagen sind. Gleichzeitig ist derzeit kaum abzusehen, wie stark der CO2-Zertifikatshandel zukünftig ausgebaut wird. Auch die Entwicklung der erneuerbaren Energien hat Einfluss auf die Kosten für Strom aus fossilen Brennstoffen. Wenn mehr grüner Strom produziert wird, stehen konventionelle Kraftwerke häufiger still, sodass die Baukosten langsamer wieder durch Stromproduktion eingespielt werden.

Für Erdgas prognostizieren fast alle Studien im Jahr 2020 Kosten von unter zehn Cent je Kilowattstunde. Bei Steinkohle sind die Zahlen weniger eindeutig. Je nach Schätzung könnten die Stromentstehungskosten 2020 noch leicht unter oder bereits etwas über den Kosten für Wind- und Sonnenenergie liegen.
Die Kostenentwicklung für Braunkohle ist aufgrund ihres großen CO2-Ausstoßes am stärksten von den zukünftigen Preisen für CO2-Zertifikate abhängig. Derzeit ist sie bei den reinen Stromproduktionskosten die günstigste Energieform. Dies könnte sich allerdings bald mit einer Forcierung des Emissionshandels ändern, sodass Wind- und Solaranlagen einigen Schätzungen zufolge mit Braunkohle mithalten könnten. Gleichzeitig könnte dies langfristig die Diskussion um umstrittene CO2-Verpressung auf die Tagesordnung bringen, da die Kostenprognosen für Kohlekraftwerke, die ihren Ausstoß auf diese Weise reduzieren, Werte unter zehn Cent je Kilowattstunde ausgeben. In Zeiten der sauberen Stromproduktion könnte dies eine Alternative zu erneuerbaren Energien darstellen.

Quellen:
Wirtschaftswoche Green
Forschungsradar.de

Klimaschutz-Index als Indiz für Unternehmensbemühungen

Das Thema Klimaschutz ist anscheinend auch in der Industrie angekommen. Ein neuer Klimaschutz-Index zeigt, dass insbesondere die emissionsstarken Unternehmen durch Bemühungen hervorstechen, ihre CO2-Werte zu verbessern.

Die größten Umweltsünder unternehmen die meisten Anstrengungen zur Reduktion ihrer CO2-Emissionen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Umweltorganisation CDP, der zufolge 187 von 350 börsennotierten Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durch positive Klimaschutz-Maßnahmen auffallen und in den neuen Index aufgenommen wurden. „Mit dem Climate Performance Leadership Index wollen wir Emissionsverringerungen und Umweltschutzreformen belohnen“, sagt Susan Dreyer von CDP (Carbon Disclosure Project). Die Bewertungskriterien beurteilten die Effektivität von Maßnahmen zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes und die Transparenz bezüglich dieser Umweltschutzaktivitäten.

Umdenken bei den größten Emittenten in Hinblick auf den Klimaschutz

Paradoxerweise schnitten die Firmen mit hohen Ausstoßwerten zumeist besser ab. Die ersten fünf Plätze gingen an den Chemieriesen Bayer, den Automobilkonzern BMW und Daimler, die Commerzbank sowie den Energiekonzern EnBW. 99 der befragten Unternehmen hätten konkrete Pläne zur Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen. Beispielsweise möchte Bayer bis 2020 seine Energienutzung um 10 Prozent effizienter gestalten und seine Treibhausgase um ein Fünftel im Vergleich zu 2012 senken. BMW hat für alle Firmenteile detaillierte Klimaschutz-Pläne erarbeitet und Daimler verfügt über ein „zentrales CO2 Projektteam“.

Co2-Prouktion in den Lieferketten sind die Kehrseite der Medaille

17 Firmen konnten laut der Studie ihren durchschnittlichen Ausstoß an Treibhausgasen um vier Prozent senken. Insgesamt haben die 187 in den Index aufgenommenen Unternehmen 33 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Allerdings seien nur die Emissionen gesunken, die direkt von den Konzernen verursacht werden, bei eingekauften Produkten seien 2013 sogar drei Prozent mehr CO2 entstanden. Nur ein Achtel der Unternehmen konnten im Rahmen der Befragung befriedigende Auskünfte über Emissionen in ihrer gesamten Lieferkette geben. Hier besteht noch viel Handlungsbedarf, insbesondere weil in der restlichen Lieferkette teilweise die vierfache Menge an Treibhausgasen entsteht. Auch bei der Bereitwilligkeit zur Offenlegung der Emissionsdaten und Gegenmaßnahmen sehen die Studienverantwortlichen Verbesserungspotenzial.

Quelle:
Spiegel

TelDaFax wird für Bayer Leverkusen zum teuren Nachspiel

Bayer Leverkusen muss dem insolventen Strom-Discounter TelDaFax18,5 Millionen Euro zurückzahlen, so das heutige Urteil des Landgerichts Köln Der Grund: Obwohl der Bundesligist von den finanziellen Schwierigkeiten seines damaligen Trikotsponsors wusste, hielt dieser am Vertrag fest.

Leverkusen muss deutlich mehr an TelDaFax zahlen als erwartet

Insgesamt 18,5 Millionen Euro – 16 Millionen Euro plus Zinsen – muss Bayer Leverkusen dem ehemaligen Energieunternehmen zurückzahlen. So hat das Landgericht Köln am heutigen Mittwoch entschieden. Einen ersten Vergleich über 7,3 Millionen Euro war von beiden Seiten noch abgelehnt worden. Für den Verein war diese Summe bereits bedeutend zu groß, mit dem heutigen Urteilhat sich die Summe noch einmal mehr als verdoppelt. Bayer Leverkusen kann gegen die Entscheidung des Gerichts noch Berufung einlegen.

Biner Bähr, der Insolvenzverwalter von TelDaFax, hatte bereits im April 2013 Klage beim Landgericht Köln eingereicht, weil Bayer die Sponsorengelder nicht zurückzahlen wollte. TelDaFax war von 2007 bis 2011 Trikotsponsor des Spitzenclubs der Bundesliga. Gelöst wurde der Vertrag zwischen beiden Parteien wenige Tage bevor das Unternehmen unterging. Die 16 Millionen Euro wurden zwischen den Jahren 2009 und 2011 überwiesen. Laut Insolvenzverwalter war der ehemalige Strom-Discounter bereits zu dieser Zeit hoffnungslos überschuldet.

Hat Bayer zu spät auf die Misere von TelDaFax reagiert?

Laut Handelsblatt soll der aktuelle Champions-League-Teilnehmer von den Problemen bei TelDaFax gewusst haben. Demnach soll es immer wieder Gespräche zwischen dem damaligen Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und Michael Josten, einem der früheren TelDaFax-Manager, gegeben haben. Auch in der Presse waren zahlreiche Artikel zu lesen, die über die Misere beim Discounter berichteten. Erst Mitte 2011 gab der Verein dann offiziell bekannt, dass man den Vertrag mit TelDaFax auflösen werde, da der Stromanbieter die restlichen Sponsorengelder für eigene Belange benötigt. Brisant: Während des Sponsorings hatte TelDaFax werbewirksam unter anderem den Weltmeister Rudi Völler sowie die Mannschaft des Werksclubs eingesetzt. Immer mehr Kunden schlossen die Verträge mit dem fragwürdigen Vorauskasse-Modell ab, während sich das Unternehmen bereits im Sinkflug befand.

Für TelDaFax bleibt der Prozess mit Bayer Leverkusen indes nicht die einzige Baustelle. Insgesamt warten 500.000 Gläubiger, zum großen Teil geprellte Kunden, auf ihre Forderungen.

Quellen:
WDR
Bayer 04 Leverkusen
Handelsblatt
Handelsblatt
Spiegel

Seite 1 von 7

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