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Rösler: Energieverbrauch 2011 stark gesunken

Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) ist der Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2011 trotz der mit dem guten Konjunkturverlauf verbundenen Ausweitung der Produktion gesunken. Mit
13.411 Petajoule liegt der Energieverbrauch um 4,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres und auf dem niedrigsten Niveau seit 1990. Die gegenüber dem Vorjahr deutlich mildere Witterung sorgte vor allem bei den Heizenergien für starke Verbrauchsrückgänge.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler: „Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, den Energieverbrauch bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent gegenüber 2008 zu reduzieren. Im Jahr 2011 liegen wir bereits gut
5 Prozent unter dem Referenzwert. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der Temperatureffekte. Die Energieeffizienz hat sich in diesem Zeitraum um 2,5 Prozent pro Jahr (temperaturbereinigt um 2,1 Prozent pro Jahr) verbessert. Das ist ein markanter Auftakt für den Prozess „Energie der Zukunft“ und das darin enthaltene Monitoring der Bundesregierung. Es kommt jetzt darauf an, den langfristigen und stetigen Pfad der Energieeinsparung weiter zu entwickeln. Daran werde ich weiter arbeiten. Die Einsparerfolge seit 2008 sind Ansporn und Ermutigung zugleich.“

Quelle:
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=463186.html

Bundesnetzagentur: geplante Strompreiserhöhungen völlig überzogen

Im Vordergrund der Ankündigung zahlreicher Stromanbieter, zum Jahresanfang die Strompreise zu erhöhen, hat sich der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, rügend zu Wort gemeldet. „Ich kann die Energiebranche nur vor überzogenen Preisrunden warnen. Bei all den Anbietern, die höhere Kosten für den Stromtransport als Grund für die Preiserhöhung angeben, wird dieser Grund zumindest teilweise wieder entfallen“, sagte Kurth gegenüber der WirtschaftsWoche. Die Versorger begründen ihre Preiskalkulation mit den stark erhöhten Netzentgelten. Diese würden aber keinen Bestand haben, kündigte Kurth an. Die  Bundesnetzagentur setze auf die baldige Verabschiedung des neuen Gesetzes durch den Bundestag, durch das die Bonner Behörde bei der Genehmigung der Netzentgelte den Produktivitätsfortschritt der Netzbetreiber berücksichtigen könne. Dadurch, so Kurth, würden die Netzentgelte „weniger steigen und damit als Grund für Erhöhungen wieder wegfallen“. Dabei setze die Bundesnetzagentur auf ein neues Gesetz, durch das die Behörde bei den Netzentgelten den Produktivitätsfortschritt der Netzbetreiber berücksichtigen könne. Ohne diese Regelung wären zusätzliche Belastungen von bis zu zwei Milliarden Euro auf die Verbraucher zugekommen, sagte Kurth. Nun solle es höchstens ein Restbetrag aus der Vergangenheit von 500 Millionen Euro sein.

Quelle:
http://www.wiwo.de/politik/deutschland/strom-bundesnetzagentur-preiserhoehungen-sind-zu-hoch/5967338.html

Neues Kennzeichnungsrecht für bessere Energieeffizienz

Die Bundesregierung hat heute den vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung des Energieverbrauchskennzeichnungsrechts beschlossen. Mit dem Gesetzentwurf werden in erster Linie Vorgaben des europäischen Rechts umgesetzt. Einen Schwerpunkt des Gesetzes bildet der erweiterte Anwendungsbereich. Die aus dem Haushaltsgerätebereich bekannte farbige Effizienzskala (grün = sehr effizient,
rot = wenig effizient) wird künftig auf weitere, so genannte energieverbrauchsrelevante Produkte ausgedehnt. Dies bedeutet, dass künftig nicht nur für Haushaltsgeräte, sondern beispielsweise auch für gewerbliche Produkte ein EU-Effizienzlabel festgelegt werden kann. Die Entscheidung trifft die EU-Kommission. Der zweite Schwerpunkt des Gesetzes liegt bei einer besseren Marktüberwachung. Die Rechte der Bundesländer mit Blick auf die Einhaltung der Kennzeichnungsvorschriften werden gestärkt, etwa durch die Ermächtigung zu Stichproben.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler: „Das neue Gesetz führt zu einer besseren Energieeffizienz im Produktbereich. Zudem wird die Information der Verbraucher gestärkt. Künftig werden auch weitere Produkte das beim Verbraucher bereits bekannte farbige Effizienzlabel tragen. Die EU-Kommission hat hierzu verschiedene Produktgruppen ausgewählt, die nun schrittweise verabschiedet werden sollen. Dazu zählen etwa Heizkessel, Warmwasserbereiter oder gewerbliche Kühlgeräte.“

Der Gesetzesentwurf setzt die neu gefasste Richtlinie 2010/30/EU über die europaweit einheitliche Kennzeichnung des Energieverbrauchs von Produkten um. Bislang gilt das EU-Effizienzlabel für acht Produktgruppen aus dem Haushaltsgerätebereich sowie für TV-Geräte. Künftig kann die bekannte Farbskala auf weitere, so genannte energieverbrauchsrelevante Produkte ausgedehnt werden. Vom Begriff der energieverbrauchsrelevanten Produkten sind Produkte erfasst, die entweder selbst Energie verbrauchen oder mittelbare Auswirkungen auf den Energieverbrauch haben (z.B. Fenster). Die EU-Kommission hat in Vorstudien bis zu 35 Produktgruppen mit hohem Energieeinsparpotential ausgewählt, für die nun schrittweise produktspezifische EU-Verordnungen festgelegt werden sollen.

Quelle:
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=462970.html

Landesregierung NRW verhängt ein Moratorium über Hydraulic Fracturing

Düstere Aussichten für die umstrittene Methode der unkonventionellen Gasförderung: Nordrhein Westfallen hat offiziell ein Moratorium über geplante Hydraulic Fracturing Bohrungen verhängt. Eine von der Landeregierung initiierte Gefahrenprüfung soll bis Sommer 2012 Klarheit über das Wesen der Methode verschaffen.

Das auch unter „fracking“ bekannte Verfahren geriet ins Zentrum der Kritik, weil die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt nach wie vor ungewiss sind. Denn: Noch immer fehlen Studien, welche die Unbedenklichkeit dieser Art der Gasförderung belegen könnten. Potenzielle Konsequenzen betreffen vor allem die Grundwasservorkommen und damit die Trinkwasserversorgung. Denkbar sind aber auch weitere Beeinträchtigungen der Umwelt, wie Lärm- und Luftemissionen oder großer Wasser- und Flächenverbrauch. Bürgerinitiativen und Umweltverbände fordern bereits seit Jahren die gasfördernde Industrie dazu auf, alternative Techniken zu entwickeln, mit denen das Gas unbedenklich beschafft werden kann – bisher erfolglos.

Fracking – ökologisch bedenklich, aber wirtschaftlich

Das natürlich vorkommende Erdgas ist in Gesteinsporen gespeichert. In Abhängigkeit zur Art des Gesteins und seines Durchlässigkeitsgrads lassen sich die Förderverfahren in konventionelle und unkonventionelle Methoden unterteilen. Bei klassischen Verfahren strömt das Gas der Förderbohrung frei zu. Anders verhält es sich bei der Gasförderung in dichten Gesteinsformationen, wie zum Beispiel in Schiefergesteinen: Hier genügt der Einsatz klassischer Techniken nicht mehr und das Hydraulic Fracking kommt zum Einsatz. Hierbei wird unter hohem Druck ein spezielles Gemisch durch die Bohrlöcher geschossen, welches Wasser, Quarzsand und hochgiftige chemische Substanzen enthält. Als Folge wird das Gestein aufgebrochen, wodurch bessere Wegsamkeiten für den gewünschten Gasfluss entstehen. Nach einer erfolgreichen Bohrung wird das eingepresste Frack-Fluid zurückgepumpt, wobei ein kleiner Teil des Gemischs in den Poren des Gesteins verbleibt, um diese offen zu halten. Als nächstes kann das freigesetzte Gas gefördert werden.

Gefahren und Risiken für die Grundwasserversorgung
Während die Förderunternehmen wie Gas de France Suez oder Exxon Mobil (US-Konzern und Deutschlands größter Gasförderer) die Konsequenzen der unkonventionellen Gasförderung relativieren, warnt die Wissenschaft seit Jahren vor unkalkulierbaren Folgen mit Blick auf die Trinkwassergewinnung. Nach Einschätzungen des Umweltbundesamtes seien die Fracking-Gefahren schwer einzuschätzen. Die größte Unsicherheit stiftet dabei der Einsatz des üblichen Wasser-Sand-Chemikalien-Gemischs. Denn: das Schiefergestein ist in Deutschland bei ca. 1000 m und tiefer zu finden. Bei den Bohrungen werden grundwasserführende Schichten durchstoßen, wobei das toxische Fluid in die Grundwasserquellen gelangen kann. Auch die Lagerung Wasser gefährdender Chemikalien sowie die unkontrollierte Erzeugung von Klüften, durch die es zum Kontakt mit Wasser führenden Schichten kommen kann, lassen Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung erahnen. Des Weiteren bestehen Risiken für die Gewässer bei der Entsorgung der Frac-Fluide und des während der Erdgasförderung zusätzlich geförderten Lagerstättenwassers. Dieses ist hoch mineralisiert und teilweise radioaktiv, aber auch mit der eingepressten Frac-Flüssigkeit vermischt.

NRW und das Moratorium: „Schutz von Mensch und Umwelt“

In welchem Verhältnis die Risiken zu dem energiepolitischen Nutzen der Erdgasförderung stehen, konnten die zuständigen Amtträger, wie Bundesumweltminister Norbert Röttgen, bisher nicht erläutern. Für die Landesregierung steht aber bereits jetzt fest, dass es Entscheidungen zu Lasten von Mensch und Umwelt nicht geben könne. „Schutz von Mensch und Umwelt hat bei Entscheidung über Fracking in Erdgasbohrungen Vorrang“ – erklärten Johannes Remmel (Grüne) und NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD) am Mitte November anlässlich der Bekanntgabe des Moratoriums. „Die Landesregierung setzt sich seit Monaten auch auf Bundesebene für eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung ein. Dies wird leider von einigen Bundesländern verhindert und vom Bundesumweltminister Röttgen toleriert.“ – kritisierte Remmel.
Neben Nordrhein-Westfalen diskutiert derzeit das Land Baden-Württemberg über ein Verbot, obwohl in dieser Region bisher noch keine Bohrungen beantragt wurden. In Niedersachsen hingegen wird seit Jahren eifrig „gefract“. Das hier zuständige Wirtschaftsministerium lehnt ein Verbot bisher vehement ab. Das in NRW geltende Moratorium wurde von Kritikern als erster Schritt in die richtige Richtung begrüßt.

Quellen:
http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Energie/Projekte/laufend/NIKO.html

http://www.bgr.bund.de/SharedDocs/Newsletter/DE/2011/Anrisse/nl02-2011_2_energierohstoffe.html

http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?pfach=1&n_firmanr_=102110&sektor=pm&detail=1&r=474496&sid=&aktion=jour_pm&quelle=0

Stadtwerke loben die neue Energy Roadmap 2050

Am 15.Dezember 2011 hat die Europäische Kommission die Energy Roadmap 2050 veröffentlicht. Darin wurde das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent zu reduzieren. Allein im Energiesektor sollen bis 2050 nahezu 99 Prozent weniger Emissionen anfallen. Die deutschen Stadtwerke lobten die Initiative der Europäischen Kommission. „Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels und dessen Folgen ist die Dekarbonisierung des Energiesektors eine der größten globalen Herausforderungen“, betonte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) Hans-Joachim Reck. „Dem Dokument ist an vielen Stellen zu entnehmen, dass die Europäische Kommission der lokalen und regionalen Ebene die Bedeutung beimisst, die den Stadtwerken beim Umbau des Energiesystems zukommt“, so Reck anerkennend. Die Stadtwerke werden ihren Beitrag dazu leisten, das Ziel, die Dekarbonisierung des Energiesektors voranzutreiben, auch weiterhin konstruktiv unterstützen.

Quellen:
www.vku.de/service-navigation/presse/pressemitteilungen/liste-pressemitteilung/pressemitteilung-11811.html

Presse: E.ON – Erdgasnetz könnte an Allianz verkauft werden

Der Energieversorger E.ON AG plant einem Medienbericht zufolge die Zerschlagung seiner Tochter Ruhrgas.

Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“, die sich bei ihren Angaben auf Konzernkreise beruft, will der Münchner Versicherungskonzern Allianz SE das 12.000 Kilometer lange Gasnetz des Traditionskonzerns kaufen. Die Gespräche seien weit fortgeschritten. Das Ruhrgas-Netz wird von der Tochter Open Grid Europe betrieben und ist das größte deutsche Gasnetz. Durch die Pipelines fließt mehr als die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Erdgases.

E.ON und die Allianz sowie die Tochter Allianz Capital Partners wollten die Angaben am Montag laut dem Bericht nicht kommentieren. Doch die Verbindungen zwischen der Allianz und Ruhrgas sind eng: Ende 2010 hatte der Versicherer den ehemaligen Ruhrgas-Vorstand Jochen Weise als Berater engagiert. Die Allianz sehe in den nächsten Jahren im Bereich der Energieinfrastruktur „attraktive Investitionsmöglichkeiten für langfristig orientierte und kapitalkräftige Finanzinvestoren“, hatte der Konzern kürzlich mitgeteilt.

Damit könnte E.ON dem Beispiel anderer Versorger folgen. In der Energiebranche gilt der Betrieb von Strom- und Gasnetzen als kaum noch lukrativ, seit sie von der Politik in Berlin und Brüssel immer stärker reguliert werden. Für Versicherer ist das Geschäft dennoch wegen seiner stabilen Renditen interessant. Hinter dem geplanten Verkauf steht das Ziel von Konzernchef Johannes Teyssen, die internationale Expansion von E.ON voranzutreiben. Die Strategie Teyssens führe in Zukunft immer stärker raus aus Deutschland, heißt es laut dem Bericht im Aufsichtsrat. Dafür brauche der Konzern nun das Kapital aus Verkäufen.

Quelle:
Aktiencheck.de

Netzbetreiber prognostizieren steigende EEG-Umlage

Die Preise für Strom und Gas steigen seit Jahren kontinuierlich. Mit der voraussichtlichen Anhebung der EEG-Umlage ist das Ende der Preisspirale auch für die kommenden Jahre kaum in Sicht.

Die EEG-Umlage dient als Instrument des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) dazu, die Kosten der Förderung von Ökostrom, an die Stromverbraucher weiterzugeben. Auf diese Weise soll die Energiewende durch die privaten Haushalte getragen werden. Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber Amprion, EnBW, Transpower und Vattenfall sind rechtlich verpflichtet, bis zum 15. Oktober eines Kalenderjahres ihre Prognose über die Umlagenhöhe für das folgende Kalenderjahr vorzulegen. Die diesjährig ermittelte Kostenspanne bewegt sich dabei zwischen 3,66 Cent und 4,74 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Gemessen an einem Musterhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden sorgt die zurzeit geltende Umlage von 3,530 Cent pro Kilowattstunde für Mehrkosten von rund 126 Euro. Sollte die vorgestellte Prognose in Realität umschlagen, könnte sich die Ökostromförderung bereits 2013 um rund 40 Euro verteuern.

Verbraucher – die einsamen Träger der Energiewende?  

Die Gründe für die Preisexplosion sind unterschiedlich: Zum Einen hat der rasante Photovoltaikausbau in den Jahren 2009 und 2010 die Umlage stark anwachsen lassen. Anderseits werden immer mehr energieintensive Unternehmen (Mindeststromverbrauch von 100 GWh) durch die Bundesregierung von der Umlage ausgenommen, weshalb die Preise für das kleine Gewerbe und den Privatverbraucher stark klettern. „Für diesen Anstieg ist einzig und allein die Politik verantwortlich. Sie hat Ausnahmeregelungen für die Industrie erweitert, eine teure Marktprämie eingeführt und den Netzbetreibern zusätzliche finanzielle Rücklagen zugestanden. Die Kosten für den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien werden auf immer weniger Schultern verteilt“, kritisiert der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V. (BEE), Dietmar Schütz. Doch damit nicht genug: Ab 2013 will die Bundesregierung die Zahl privilegierter Unternehmen noch einmal massiv ausweiten. Dabei soll der Mindeststromverbrauch von 100 Gigawattstunden auf 10 Gigawattstunden pro Jahr gesenkt werden. In diesem Fall werden die Mehrkosten für die „normalen“ Stromverbraucher zwischen 300 und 500 Millionen Euro variieren. Damit werde die „Solidargemeinschaft für die Energiewende“ zunehmend kleiner, stellt Schütz fest.

BMU geht von stabiler EEG-Umlage aus

Die am Mitte Oktober vorgelegte Umlagenhöhe ist derweil noch nicht endgültig, da es noch einer Zustimmung der Bundesnetzagentur bedarf, ehe die tatsächlichen Mehrkosten offiziell erhoben werden dürfen. Das Bundesumweltministerium relativierte unterdessen die Prognose der Netzbetreiber als „unrealistisch“. „Die von den Übertragungsnetzbetreibern vorgelegte Prognose eines möglichen Anstiegs zwischen 3,66 und 4,74 ct/kWh liegt an der obersten Grenze der zugrunde gelegten Berechnungen und rechnet bestimmte unklare Sonderfaktoren, wie eine Liquiditätsreserve, ein.“ – heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Im Ergebnis ergebe sich ein schiefes Bild. Dies werde auch durch einen Rückblick auf das Vorjahr bestätigt. „2010 hatten die ÜNB für das Jahr 2012 eine Umlage zwischen 3,4 und 4,4 ct/kWh prognostiziert. Die tatsächliche Entwicklung – 3,59 ct/kWh – lag dann am unteren Rand der Prognose.“ Das Ministerium steht damit weiter zu der Aussage, dass die EEG-Umlage stabil bleibe bzw. minimal ansteigen werde. Unterdessen will der Bundeswirtschaftsminister, Philipp Rösler, die Solarförderung drastisch reduzieren, um einem weiteren Anstieg der Umlagekosten zu verhindern. Dem Vorschlag zufolge sollen ab Juli 2012 nur noch neue Solaranlagen bis zu einer Gesamtleistung von 1000 Megawatt gefördert werden.

Quellen:
http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/47955.php
http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/47849.php
http://www.eeg-kwk.net/de/file/111014_PM_EEG-Umlagex.pdf

Umweltverbände kritisieren den Verlauf der Klimakonferenz in Durban

Die Klimakonferenz in Durban geht in die zweite und entscheidende Phase. Angesichts der bisher zögerlich verlaufenden Verhandlungen hagelt es Kritik  seitens verschiedener Umweltverbände. Nach Einschätzung des WWF war die erste Woche von taktischem Geplänkel und einem Abtasten der Positionen geprägt. Weder bei den Verhandlungen über eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls noch bei den Beratungen über ein Mandat für ein internationales Abkommen ab 2015 gäbe es bislang entscheidende Durchbrüche. Auch über die Bereitstellung der Gelder für den so genannten Grünen Klimafonds bestehe keine Einigkeit. Bemängelt wird zudem die Blockadehaltung der USA und mangelnde Entscheidungsbereitschaft seitens der EU. Neuen Zündstoff für Kritik gab die neue Video-Botschaft der Bundeskanzlerin, Angela Merkel.  Diese hat jeglichen Erwartungen an einen Erfolg der Konferenz eine klare Absage erteilt. Stefan Krug, Leiter der Politischen Vertretung von Greenpeace kommentiert: „Eine zerstrittene EU und ein zögerliches Deutschland sind nicht das, was diese Klimakonferenz jetzt braucht“.

Quellen:
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20111204_OTS0042/dunkle-wolken-ueber-durban-klimakonferenz-vor-entscheidender-woche

Schlichtungsstelle Energie – Verbraucherrechte stärken und schützen

Verbraucher, die Ärger mit ihrem Energiehändler haben, können sich ab sofort an die kostenfreie Schlichtungsstelle Energie wenden. Die Institution wird vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) sowie dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und dem Bundesverband neuer Energieanbieter (bne) getragen. Sie steuert außergerichtliche Beilegung von Streitigkeiten, die in einem Versorgungsverhältnis auftreten könnnen.

Zu den häufigen Verbraucheranliegen gehören erfahrungsgemäß unfaire Preisanhebungen, zu hohe Abschlagszahlungen, verspätetete Bonusgutschriften oder eine problematische Abwicklung des Anbieterwechsels. Bevor jedoch die Schlichtungsstelle ihre Arbeit aufnehmen kann, muss der Verbraucher selbst aktiv werden und mögliche Fehlleistungen beim Energieunternehmen reklamieren. Nach dem geltenden Energiewirtschaftsgesetz ist der Versorger verpflichtet, binnen vier Wochen auf die eingereichte Beschwerde zu antworten. Erst wenn die eigens gestarteten Versuche, die Ungereimtheiten aufzuklären, erfolglos bleiben, oder keine Einigung erzielt werden konnte, kann eine Schlichtung beantragt werden.

Kostenlose Streitschlichtung

Die Schlichtungsstelle Energie hat am 1. November 2011 ihre Arbeit aufgenommen. Bei rechtlichen Problemen mit dem Versorger bestand bis dahin lediglich die Möglichkeit einer gerichtlichen Klärung, häufig zum Nachteil des Verbrauchers. Denn: Die Verfahren können sich über Jahre hinweg ziehen und so zur finanziellen Last werden. Im Rahmen der Schlichtungsstelle Energie hingegen muss der Verbraucher nur für eigene Aufwendungen, wie Porto aufkommen. Das Verfahren selbst ist kostenlos.

Die Spreu vom Weizen trennen

Verbraucherzentralen empfehlen derzeit allen Versorgern, die es mit der Kundenorientierung ernst meinen, am Schlichtungsverfahren der neuen Institution teilzunehmen. Auf diese Weise werde die Institution dazu beitragen, im Energiemarkt die Spreu vom Weizen zu trennen, kommentiert Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv). Verbrauchern wird geraten, die Mitgliedschaft bei der künftigen Wahl ihres Energieanbieters zu berücksichtigen. So werde die Spielweise für schwarze Schafe zusätzlich verkleinert.

Arbeitsweise und Bearbeitungsdauer

Betroffene können ihre Beschwerden per Post an die Schlichtungsstelle Energie e.V., Friedrichstraße 133, 10117 Berlin richten oder auch online unter www.schlichtungsstelle-energie.de einreichen. Für die Klärung des Anliegens werden der Name des Versorgers, die Zählernummer, Kopien der Vertragsunterlagen, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und der bisherige Schriftwechsel benötigt. Weitere Fragen rund um die Antragstellung kann der Verbraucher entweder an die Schlichtungsstelle selbst oder die zuständige Verbraucherzentrale richten. Doch Achtung: sollte bereits ein gerichtliches Verfahren im Gange sein, kann das Schlichtungsverfahren nicht mehr in Anspruch genommen werden. War die Antragstellung jedoch erfolgreich, überprüft ein unabhängiger Ombundsmann den Anspruch nach rechtlichen Kriterien. Nach höchstens 3 Monaten endet das Verfahren mit einer Empfehlung des Schlichters, die jedoch weder für den Verbraucher noch für den Versorger nicht bindend ist. Allerdings sind die Energieunternehmen, welche Mitglied im Trägerverein der Schlichtungsstelle sind, in der Regel verpflichtet, das Urteil zu akzeptieren. Um Verbraucherrechte zusätzlich vor unseriösen Anbietern zu schützen, wird von den betroffenen Anbietern, unabhängig von deren Mitgliedschaft im Trägerverein der Schlichtungsstelle, pro Verfahren eine Fallpauschale in Höhe von derzeit 350 € erhoben.

Quellen:
http://www.neue-energieanbieter.de/presse/pressemitteilungen/5207210.html
http://www.schlichtungsstelle-energie.de
http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Verbraucherschutz/Energie-Bauen-Wohnen/SchlichtungsstelleEnergie.html

 

 

 

 

 

 

 

Bundesnetzagentur: Monitoringbericht 2011 veröffentlicht

Im Jahr 2010 ist die Zahl der Letztverbraucher, die ihren Strom- oder Gasanbieter wechselten, deutlich gestiegen. Dies ergibt sich aus dem Monitoringbericht 2011, den die Bundesnetzagentur jetzt veröffentlicht hat. In dem Bericht dokumentiert und analysiert die Bundesnetzagentur die Entwicklungen in den Bereichen Erzeugung, Transport (Netze), Groß- und Einzelhandel.

Entwicklungen beim Netzausbau

„Der Netzausbau wird das zentrale Thema der nächsten Jahre sein. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn der Ausbau der Netze mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien Schritt hält. Die gegenwärtige Situation im Netzbereich ist zwar noch beherrschbar und lässt sich als stabil und sicher bezeichnen. Allerdings müssen die Netzbetreiber immer häufiger in den Systembetrieb eingreifen“, betonte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

Beim Netzausbau lassen sich erhebliche Verzögerungen beobachten. Dies betrifft auch zwölf der 24 nach dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) beschleunigt zu realisierenden Ausbauprojekte. Die Berichte der Übertragungsnetzbetreiber an die Bundesnetzagentur über den Umsetzungsstand ihrer Netzausbauvorhaben zeigen, dass von den insgesamt 149 bis zum Jahr 2014 geplanten Ausbaumaßnahmen 73 von einer Verzögerung bzw. einer Verschiebung des Zeitrahmens betroffen sind (Stand zweites Quartal 2011).

Der starke Ausbau von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien und die gesetzlich vorgegebene Anschluss- und Abnahmepflicht stellen auch für die Verteilernetzbetreiber eine große Herausforderung dar. Die Netzbetreiber werden diesen Anforderungen vor allem dadurch gerecht, dass sie ihre Netze zunehmend intelligent restrukturieren. So stieg die Zahl der Verteilernetzbetreiber, die Maßnahmen zur Optimierung, zur Verstärkung und zum Ausbau des Netzes durchführen, erneut an. Im Rahmen des sog. Einspeisemanagements war ein Herunterregeln von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, im Jahr 2010 nur in einem sehr geringen Umfang erforderlich. Es konzentrierte sich auf die nördlichen Netzgebiete mit einer hohen Windleistung.
Entwicklungen auf dem Strommarkt

„Im Berichtsjahr 2010 wechselten ca. 3 Mio. Letztverbraucher ihren Stromlieferanten, davon rund 2,7 Mio. Haushaltskunden. Damit ist ein neuer Höchststand erreicht. Zusätzlich vollzogen ca. 2,2 Mio. Haushaltskunden einen Vertragswechsel. Knapp 44 Prozent aller Haushaltskunden hatten 2010 von ihren Wechselmöglichkeiten allerdings noch keinen Gebrauch gemacht. Alle Verbraucher sollten vor allem angekündigte Preiserhöhungen zum Anlass nehmen, zu prüfen, ob nicht günstigere Angebote verfügbar sind“, sagte Kurth.

Bei dieser Gelegenheit wies Kurth nochmals auf die Risiken von Vorauskassemodellen hin. „Kunden sollten sich auf Vorauskassemodelle nur einlassen, wenn sie sich der Risiken bewusst sind und von der Zuverlässigkeit des Anbieters überzeugt sind“, so Kurth.

Der Elektrizitätsmarkt war im Jahr 2010 durch einen deutlich gestiegenen Stromabsatz an Industriekunden sowie durch Preiserhöhungen sowohl für Industrie- und Gewerbekunden als auch für Haushaltskunden geprägt. Nach einem starken Rückgang des Stromabsatzes an Industriekunden im Jahr 2009 stieg dieser 2010 um gut 14 Prozent an. Der Absatz an Gewerbe- und Haushaltskunden blieb vergleichsweise stabil. Insgesamt stieg der Stromabsatz 2010 um rund sieben Prozent und lag somit wieder auf dem Niveau des Jahres 2008.

Nach einem kontinuierlichen Preisanstieg in den letzten Jahren stieg der Preis für Haushaltskunden 2011 um über 2 Cent an. Der über alle Tarife mengengewichtete durchschnittliche Elektrizitätspreis für Haushaltskunden lag am Stichtag 1. April 2011 bei 25,45 ct/kWh. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die höhere EEG-Umlage sowie auf eine Erhöhung des Preisbestandteils „Energiebeschaffung und Vertrieb“ zurückzuführen. Dagegen sind die Netzentgelte nochmals gesunken, und zwar von 5,81 ct/kWh im Jahr 2010 auf 5,75 ct/kWh im Jahr 2011.
Entwicklungen auf dem Gasmarkt

Der Gasmarkt entwickelte sich 2010 nochmals erfreulich dynamisch und holte damit gegenüber dem Elektrizitätsmarkt auf. Im Jahr 2010 wechselten ca. 905.000 Letztverbraucher ihren Gaslieferanten – fast doppelt so viel wie 2009.

Die Preisentwicklung auf dem Gasmarkt ist insbesondere von den Großhandelspreisen abhängig. Nach einem starken Preisverfall im Jahr 2009 setzte ab dem zweiten Quartal 2010 eine Gegenbewegung ein, die mit Preiserhöhungen um knapp 30 Prozent verbunden war. Diese Erhöhung der Großhandelspreise wirkte sich auch auf die Entwicklung der Letztverbraucherpreise aus. Der Haushaltskunde musste zum Stichtag 1. April 2011 im Grundversorgungstarif einen mengengewichteten durchschnittlichen Gaspreis in Höhe von 6,64 ct/kWh zahlen (2010: 6,48 ct/kWh). Für Haushaltskunden, die zu einem anderen Lieferanten wechselten, betrug der mengengewichtete durchschnittliche Gaspreis 6,06 ct/kWh (2010: 5,92 ct/kWh), was einem Einsparungspotenzial gegenüber dem Grundversorgungstarif in Höhe von 8,7 Prozent entsprach.

Der Monitoringbericht 2011 ist auf der Internetseite der Bundesnetzagentur veröffentlicht.

Quellen:
Pm der Bundesnetzagentur

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