Alle Jahre wieder. Und das bereits zu Jahresanfang. Deutschland landet unter ferner liefen auf dem von Germanwatch herausgegeben Klimaschutz-Index. Dieses Instrument vergleicht und bewertet die Klimaschutzleistungen von 58 Staaten, die zusammen für mehr als 90 Prozent des globalen energiebedingten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind. 80 Prozent der Bewertungen basieren auf den Kriterien Emissionstrend und Emissionsniveau. 20 Prozent der Analyse beruhen auf den Einschätzungen von rund 300 befragten Experten zur nationalen und internationalen Klimapolitik ihrer jeweiligen Länder. Und da steht Deutschland nicht gut da, sagt der Kieler Umweltminister Habeck: „In der weltweiten Klimaschutztabelle stehen wir auf Platz 22 und damit weit hinter Ländern wie Dänemark, Großbritannien oder Schweden“. Besonders kritisch sehe, so Focus Online, der Grünen-Spitzenpolitiker die festgeschriebene Deckelung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien bei einem Anteil von 45 Prozent bis 2025: „Jetzt dürfen wir laut Koalitionsvertrag nur noch einen Zuwachs von 1,2 Prozent jährlich erreichen“, sagte der Kieler Minister. „Die politischen Vorgaben untersagen es uns quasi, im Klimaschutz besser zu werden – das ist fatal.“
Ganz so fatal kommentiert es der Klimaschutz-Index allerdings nicht, nennt auch den konkreten Grund für das mittelprächtige Abschneiden Deutschlands: „Der hohe Anteil von Braunkohle an der Energieversorgung führt dazu, dass Deutschlands Emissionsniveau im Vergleich zum letzten Jahr nicht besser bewertet werden konnte und das Land nur den 22. Platz erreicht. Im Bereich der Erneuerbaren ist Deutschland weiterhin gut, andere Länder holen jedoch nach und nach auf.“
Zusammenfassend schließen wir uns gern den Worten von Habeck an. So fordert dieser, die Bundesregierung müsse ihre Beschlüsse überdenken, um das Jahrhundertprojekt Klimaschutz tatkräftig umzusetzen. Das fügen wir allerdings hinzu: Bleibt ja noch ein Jahr, um Deutschland auf einen besseren Platz in der Liste zu wuppen.

Quellen:
Germanwatch
Focus Online